Tafel 12 – Höglwald im Wandel

Was glauben Sie wie lange es in Bayern dauert bis 1 Kubikmeter Holz nachgewachsen ist? Eine Sekunde, also gerade so lange, wie Sie benötigen um diesen einen Satz zu lesen.

Der Altbestand im Höglwald weist hohe Vorräte auf. Pro Hektar standen hier ca. 1 000 Vorratsfestmeter. Mit Vorratsfestmeter bezeichnet man das gesamte Holz an einem Baum. Das zeigt, dass im Höglwald die Bäume eigentlich besonders gut wachsen. Der Boden ist hier besonders gut durchwurzelbar und bietet alles an Nährstoffen, was so ein Baum braucht. Ein Baum hat hier durchschnittlich 1,8 Kubikmeter verwertbares Holz. Bei einem Preis von 100 Euro je Kubikmeter ist jeder Stamm knapp 200 Euro wert.

Fichten wachsen natürlicherweise in den Alpen und den höheren Mittelgebirgslagen, also in Gegenden, wo es eher kühl und regnerisch ist. Aufgrund ihrer Robustheit hat man sie nach den Reparationshieben im Anschluss an die Weltkriege im großen Stil dazu verwendet, die riesigen kahl geschlagenen Flächen wieder zu bewalden. Ein wahrhaft großes und in seinem Ergebnis großartiges und erfolgreiches Projekt.Dass sie nebenbei in den wärmeren Gebieten außerhalb ihrer angestammten Heimat sehr hohe Erträge gebracht hat – Fichte wächst schnell, gerade und ist einfach zu behandeln – kam den Wirtschaftenden dabei entgegen. Die seit Beginn der Nutzung der Fichte außerhalb ihres natürlichen Wuchsgebietes zuerst vereinzelt und seit den 1990er Jahren immer häufiger auftretenden Schäden durch zunehmende Trockenheit und Wärme haben aber ein Umdenken in Gang gesetzt.

Bei den Bayerischen Staatsforsten besteht bei 99 000 Hektar Nadelwälder Handlungsbedarf zum Waldumbau. Im langfristigen Mittel werden in den Bayerischen Staatsforsten jährlich etwa 2 000 ha neue Kulturen geschaffen, d.h. Jungbäume werden aktiv durch Pflanzung oder Saat vorwiegend in Altbeständen eingebracht. Zudem entsteht die neue Waldgeneration zu etwa drei Viertel aus Naturverjüngung. Insgesamt resultiert daraus ein jährlicher Umbau von rund 7 000 ha Nadelholzreinbeständen in klimatoleranten Mischwald. Der Waldumbau in Bayern im Staatswald wird somit voraussichtlich im Jahr 2032 abgeschlossen sein.

Gleichzeitig werden aus dem Holz wertvolle Gebäude, Dachstühle und Möbel entstanden sein.

Behagliches und klimafreundliches Holzhaus (Innensicht) (© Michael Esper)

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